Alf Fabrik und Ferdinand Remy

Alf schaut auf eine Vergangenheit als bedeutender Industriestandort zurück.

Alf an der Mosel

Zwischen 1824 und 1827 gründeten die Brüder Ferdinand und Louis Remy das erste Puddel- und zugleich Stabeisenwalzwerk in Deutschland. Die Nutzung der Wasserkraft von Alf – und Üßbach, die großen Waldgebiete für die Holzproduktion, sowie der Schifffahrtsweg Mosel begünstigten diese Anlage.

Arbeitskräfte standen in Alf und Umgebung genügend zur Verfügung. Viele Kleinwinzer ließen sich als Hüttenarbeiter anwerben. Die soziale Struktur in Alf änderte sich. Die Alfer Fabrik produzierte schmiedbares Stahleisen, Rad- und Fassreifen, Eisenbahnschienen, Eisen zur Herstellung von Maschinenteilen, Schuhnägeln, Hufeisen u. Ä.. Die aufblühende Eisenindustrie im Ruhrgebiet mit besseren Verkehrsanbindungen verursachte den Niedergang des Alfer Eisenwerks. 1890 wurde der Betrieb eingestellt.

Nachfolgebetriebe waren:

Gustav Müller, Hanf Union AG, Viersener AG, Pepeka.

Diese Firmen nutzten den heimischen Flachsanbau für die Produktion von Seilerwaren aller Art, Filzwaren und Teppichen. Fehlende Rohstoffe und ausländische Konkurrenz sorgten 1957 für die Schließung des letzten flachsverarbeitenden Betriebs.

Nach mehreren Besitzer- und Pächterwechseln etablierten sich ab 1964 kunststoffverarbeitende Betriebe auf dem Werksgelände. Bellaplast, Polarcup, und zurzeit Huthamaki. Die Alfer Fabrik gehört zu den größten Arbeitgebern der Region.


Text: Hildegard Bauer, Alf